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2009 Innsbruck - Kärnten - Slowenien - Wien

7. - 15. Juni 2009


Unser Neurentner Ueli hat die diesjährige Tour zusammengestellt. Sie führte in ein für uns z.T. völlig unbekanntes Gebiet, Kärnten und Slowenien. Es war auch die erste Radtour unserer Gruppe, bei der weder Abfahrts- noch Zielort Grenchen war.

Teilnehmer: Dieses Jahr sind wir wieder vollzählig, nämlich:

Ueli, Urs, René, Bruno und Melchior

Gesamtüberblick der Route (Übernachtungen):

Innsbruck - Zillertal - Gerlospass - Krimml - Zell am See - Grossglockner - Heiligenblut - Iselsbergpass - Lienz - Sachsenburg - Wörthersee - Klagenfurt - Ferlach - Lavamünd - Dravograd - Selnica - Maribor - Bad Radkersburg - Fehring - Fürstenfeld - Mönichskirchen - Wien

der Drau entlang in Kärnten


1. Tag

Innsbruck - Zillertal - Gerlospass - Krimml

107 km, 6 Std.

Mit dem Zug fahren wir nach Innsbruck, wo wir um 13.30 Uhr ankommen. Da wir erst so spät am Tag starten können, haben wir in Krimml Zimmer reserviert. Wir wissen also, was heute noch auf uns zu kommt.

Ab Innsbruck fahren wir zuerst dem Innradweg entlang. Da es jedoch schnell gehen muss, verpassen wir ihn immer wieder. So entschliessen wir uns, auf die Hauptstrasse auszuweichen. Leider landen wir bei der Abzweigung ins Zillertal plötzlich auf der Autostrasse, so dass wir auch hier wieder umkehren müssen. Starker Gegenwind erschwert die Anfahrt zum Gerlospass. Um 17.00 Uhr sind wir dann in Zell am Ziller und beginnen mit dem Aufstieg. Es geht eigentlich alles gut, nur zieht sich der Pass entgegen unseren Erwartungen sehr in die Länge! Um 20.00 Uhr haben es alle geschafft und die Abfahrt nach Krimml ist ein Katzensprung.

Noch vor dem duschen gehen wir zum Nachtessen, da warmes Essen nur bis 21.00 Uhr garantiert ist. Der Ausgang wird gestrichen, so schnell als möglich ab ins Bett.


2. Tag

Krimml - Zell am See - Fusch - Grossglockner - Heiligenblut

106 km, 7.15 Std.

Heute ist schon die Königsetappe. Da Ueli am Morgen noch den Velomech braucht um die Bremsen zu richten fahren wir erst um 09.20 Uhr los. Das Wetter ist gut, aber wieder sehr starker Gegenwind. Um 12.00 Uhr und nach 64 km sind wir in Fusch am Fuss des Grossglockners. Hier nehmen wir die Henkersmahlzeit vor dem grossen Anstieg ein.

Bei noch angenehmer Temperatur kraxeln wir die Passstrasse hoch. Weiter oben weht ein starker Wind, der uns manchmal fast von der Strasse weht. Dies macht die Aufgabe nicht leichter. Bis auf Urs wird im obersten Teil jeder von uns zum Veloschieber. Beim Fuscher Törl ist es knapp 0 Grad und es graupelt leicht. Hier ziehen wir uns warm an um 150 Höhenmeter abzufahren und dann nochmals 300 Höhenmeter bis zur eigentlicher Passhöhe zu bewältigen.

Um 18.00 Uhr haben wir es geschafft und die Passhöhe auf 2'504 m über Meer erreicht. Kurz Erinnerungsfotos machen und dann die rasante Abfahrt nach Heiligenblut unter die Räder nehmen. Zum Glück finden wir sofort Unterkunft und können uns rasch wieder aufwärmen.


3. Tag

Heiligenblut - Iselsberg - Lienz - Sachsenburg

103 km, 4.45 Std.

Auch heute wieder schönes Wetter, bei leider wiederum starkem Gegenwind. Zuerst eine lange Abfahrt und dann über den Iselsberg nach Lienz. Hier biegen wir nach einer Kurzbesichtigung der Stadt auf den Drau-Radweg ein, dem wir bis nach Slowenien folgen werden. Dieser Radweg ist sehr schön der Drau entlang angelegt, teils auf Natur- teils auf schönen Asphaltsträsschen.

Das Mittagessen geniessen wir in einer der zahlreichen Buschenschenken in Kärnten. Ein deftiger Jauseteller hilft, unsere Kraftspeicher wieder aufzutanken. Allerdings so viele Fliegen wie auf diesem Mittagstisch haben wir noch selten gesehen.

Heute gönnen wir uns rechtzeitig Feierabend und steuern schon gegen 16.00 Uhr Zimmer im schmucken Dörfchen Sachsenburg an.


4. Tag

Sachsenburg - Villach - Wörthersee - Klagenfurt - Ferlach

112 km, 5.15 Std.

Endlich kein Gegenwind mehr bei sonnigem Wetter. Wir machen einen Abstecher von der Drau weg zum bekannten Wörthersee und nach Klagenfurt. Fast hätten uns hier ein paar Regentropfen eingeholt. Nach Klagenfurt folgt eine abenteuerliche Waldabfahrt auf einem Weg, der mehr einem Bachbett ähnelt. Alle überstehen dies jedoch heil. Ausserhalb von Ferlach nächtigen wir im Gasthof Plasch mit vielen anderen Radlern.


5. Tag

Ferlach - Völkermarkt - Lavamünd - Dravograd - Selnica

132 km, 6.30 Std.

Gut erholt starten wir zur heutigen Etappe. Rund 30 km fahren wir in zügigem Tempo auf einem Damm. Dann wird das Gelände hügeliger und es gilt einige giftige Steigungen zu bezwingen. Wir befinden uns jedoch in der Natur pur. Wälder, Wiesen, Aecker und hin und wieder einzelne Höfe oder kleine Dörfer.

Dann wieder Technik pur in der Form von zwei grossen Brücken: Zuerst die mit 96 m höchste Eisenbahnbrücke in Mitteleuropa und dann noch eine schöne neue Hängebrücke. Nicht alle von uns (Urs) konnten sich ob dieser Brücken begeistern, denn gar etwas tief unten sah man das Wasser unter sich!

Bei Dravograd überqueren wir die slowenische Grenze. Für alle von uns ist Slowenien ein unbekanntes Land. Der Drau-Radweg führt eigentlich bis nach Maribor. Leider ist die Signalisation hier sehr schlecht. Trotzdem finden wir die Route hoch über der Drau, verlieren sie aber bald wieder und zu allem Ueberfluss kündet sich ein Gewitter an. Gerade noch rechtzeitig erreichen wir ein Dorf und können unterstehen bis der Wolkenbruch vorbei ist. Wir entschliessen uns, auf der Hauptstrasse weiterzufahren, bis wir eine Unterkunft finden.

Im Dorf Selnica finden wir nach einer langen Etappe eine einfache und preisgünstige Unterkunft.


6. Tag

Selnica - Maribor - Bad - Fehring

106 km, 5.30 Std.

Nach einem einfachen, aber ausreichenden Frühstück machen wir uns wieder auf um den Drau-Radweg zu suchen, da es nur noch rund 20 km bis Maribor sind. Ein aussichtsloses Unterfangen. Nach Einfamilienquartier- und Fabrikgeländerundfahrten entschliessen wir uns wieder auf die Hauptstrasse auszuweichen.

Maribor kennen wir als Austragungsort von Ski-Weltcuprennen. So sehen wir dann auch weiter oben an den bewaldeten Hängen der umliegenden Hügel, wo im Winter die Skipisten sind. Maribor zeigte sich uns auch sonst bei herrlichem Wetter von der schönsten Seite. Eine schmucke, lebendige Stadt mit einer noch gut erhaltenen Altstadt. Auf dem Marktplatz bestaunten wir das Vorführen alter Handwerke und genossen die musikalischen Darbietungen von Volksliedern.

Von Maribor bis Radkersburg fahren wir auf schönen Strassen mit wenig Verkehr. In Radkersburg beginnt dann der 148 km lange Thermenradweg bis Mönichkirchen. Die Strecke ist als familienfreundlicher Radweg beschrieben, was am Anfang auch stimmte. Kilometerlang fahren wir flach der österreichisch - slowenischer Grenze entlang. Dann hat es aber auch grobe Steigungen und ebensolche Abfahrten. Eine wunderschöne Gegend für uns zum Radfahren, aber familienfreundlich?!!!


7. Tag

Fehring - Fürstenfeld - St. Magdalena - Mönichkirchen

108 km, 6.30 Std.

Nachts hat es geregnet, aber bald herrscht wieder das schönste Wetter. Auch heute wieder auf und ab durch wunderschöne Landschaften. Unseren Radweg verpassen wir mal für 2 Stunden, kilometermässig hat es jedoch nicht viel ausgemacht. Zum Glück läuft ein Sturz von Ueli glimpflich ab.

Bei heissem Wetter machen wir Mittagsrast auf dem Hacklhof in St. Johann. Das Einheitsmenue - Schni-Po-Sa - mundet allen und gibt uns Kraft für den Rest des Tages. Diese Kraft brauchen wir auch, denn was wohl nur Ueli weiss, Mönichkirchen liegt auf rund 1'000 m Höhe und dorthin wollen wir heute noch. So werden wir noch von einer saftigen Steigung überrascht - und das auf Bsetzisteinen! Aber wir schaffen auch das noch und als Belohnung können wir dann bis 19.00 Uhr auf der Terrasse unserer Pension sünnele.


8. Tag

Mönichkirchen - Wien

116 km, 5 Std.

Heute unsere letzte Etappe. Genussradeln wäre angesagt, aber starker Gegenwind macht uns wieder einmal das Leben schwer. Kurz vor Wien bemerkt Bruno an seinem Velo noch einen Felgenschaden. Zum Glück hält die Felge aber bis zum Ziel. Leider finden wir im Grossraum Wien nicht immer die richtigen Radwege um direkt ins Zentrum zu gelangen. Um 16.00 Uhr ist es dann aber so weit; wir fahren auf dem Stephansplatz ein! Ein verdienter Trunk und Gratulation an alle für diese Leistung.

Stephansdom Wien


9. Tag

Rückreise mit dem Zug nach Grenchen und Ausklang am Abend bei einem thailändischen Essen mit unseren Frauen.


Übersicht

Gesamtdistanz: 890 km

Ueli hatte eine sehr interessante Tour zusammen gestellt. Höhepunkt war natürlich die Überquerung des Grossglockners am zweiten Tag. Aber auch der Drau-Radweg, der Abstecher nach Slowenien und der Thermenradweg brachten viele Höhepunkte, vor allem landschaftlich.

Die Radwege waren gut signalisiert (ausser in Slowenien) und die Strassen und Wege in gutem Zustand.

Das Wetter passte wieder einmal, der Regenschutz musste nie ausgepackt werden und einzig vor Maribor mussten wir wegen eines Gewitters ein paar Minuten unterstehen.

Unterkunft haben wir überall problemlos gefunden.

Besten Dank an Ueli für das Aushecken dieser Tour.


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