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2026 Marokko

  • vor 10 Stunden
  • 8 Min. Lesezeit

16. – 25. April 2026

 

Mit Cornelia reisten wir durch Marokko. Eigentlich war als Reiseziel Jordanien vorgesehen gewesen, aber der Iran-Krieg machte uns einen Strich durch die Rechnung. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Aber Marokko war mehr als nur ein Lückenbüsser! Marokko ist rund 10x so gross wie die Schweiz und hat ca. 39 Mio. Einwohner. Staatsoberhaupt ist König Mohammed VI und Staatsreligion ist Islam. Im Atlasgebirge liegt der höchste Berg von Marokko, der 4'167 m hohe Jabal Toubakal.

Am Vortag des Abfluges übernachteten wir im Hotel Hyatt, das direkt beim Flughafen gelegen ist. Das Gepäck konnten wir am Abend einchecken, bevor wir das Nachtessen im Hotel-Restaurant einnahmen.

Sahara-Trecking
Sahara-Trecking

1. Tag, Donnerstag, 16. April 2026

Punkt 06.00 Uhr heben wir mit Edelweiss ab und nach 3 Std. ruhigem Flug landen wir mit einer harten Landung in Marrakesch. Unser Flug nach Fès ist erst in 4 Std.. Das Gepäck einchecken können wir noch nicht, und es gibt noch Probleme mit unserer Buchung, deshalb vertreiben wir die Zeit im und um den modernen Flughafen. Mit Ryanair fliegen wir in einer Stunde nach Fès. Auch hier erleben wir eine harte Landung!! Mit einem (Gratis-)Taxi fahren wir zu unserem Hotel, am Rande der Altstadt. Zu Fuss geht’s in die Altstadt, überall Souks (Markt). Ein junger Berber führt uns herum, obwohl wir das nicht wollen. Zuletzt geben wir ihm trotzdem 20 Dirham (CHF 1.70). Er ist damit nicht zufrieden und will es zuerst gar nicht nehmen! Wir werden das auf unserer Reise noch mehrmals erleben, dass sich Männer aufdrängen als Guide oder Auto-Bewacher, obwohl wir das nicht wollen. Ein gutes Nachtessen in einem Terrassenrestaurant rundet den Abend ab.


2. Tag, Freitag, 17. April 2026

Ein üppiges, orientalisches Morgenbuffet erwartet uns in unserem Gasthaus. Dann geht’s wieder zu Fuss in die Altstadt. Freitag ist für die Moslem ein heiliger Tag für das Freitagsgebet, aber kein offizieller Ruhetag. Vor allem die Touristen-Souks sind offen. Fès ist eine Millionenstadt. Die Altstadt ist bekannt für ihr extrem dichtes und verwinkeltes Netz aus Gassen. Schätzungen zufolge hat es hier rund 9'000 (neuntausend) Gassen und Strassen. Viele dieser Gassen sind nur etwa 1 m breit! Wir gehen wie gestern nochmals ins Gerberviertel. Unglaublich unter welchen (ungesunden) Verhältnissen hier gearbeitet wird. Auch Vogelkot wird benutzt, um Tierhäute zu weichen und das Leder weich zu machen. Deshalb ist es kein Wunder, dass es hier fürchterlich stinkt. Wir besichtigen die Koranschule, von hier aus hat man einen guten Blick auf die bekannte Qarawiyin-Moschee. Leider kann sie nicht besichtigt werden. Auf dem Weg zum Königspalast kommen wir am blauen Tor vorbei, ein Wahrzeichen der Stadt. Durch einen schönen Park und einem weiteren grossen Souk – auch mit Altkleidern – kommen wir zum Königspalast, wo aber nur das riesige goldene Portal besichtigt werden kann. Zurück im Hotel erholen wir uns auf der Dachterrasse. Auch heute essen wir sehr gut marokkanisch in einem der vielen Dachterrassen-Restaurants.


3. Tag, Samstag, 18. April 2026

Fès – Midelt – Errachidia                                    365  km

Um 07.30 Uhr ist Tagwache und nach dem Morgenessen fahren wir mit einem Taxi zur Autovermietung. Wir fassen einen Renault Kardian mit Handschaltung. Unser Einwand, das Auto sei innen nicht sehr sauber kommt nicht so gut an, aber es wird noch etwas nachgeputzt! Um 10.00 Uhr geht die Fahrt los durchs Berberland. Zuerst durch fruchtbares Land und es hat viele Olivenbaum-Plantagen. Schon bald geht es über das Mittlere Atlasgebirge mit verschiedenen Pässen, bis 1'900 m hoch. Dazwischen eine riesige Ebene mit kargem Wuchs. Aber überall sind kleinere Ziegen- oder Schafherden unterwegs. Kaffeehalt machen wir unterwegs am Strassenrand bei einem kleinen Strassenhändler. Denen werden wir noch oft begegnen, auf Parkplätzen am Strassenrand kleine Autos, aber eingerichtet mit Kaffeemaschine, die Getränke und Kleinigkeiten zum Essen verkaufen. Wir fahren auf sehr schöner, kurviger Strasse durch einen engen Canyon, einfach wunderschön, viele Fotohalte inbegriffen. Etwas ausserhalb von Errachidia hat Cornelia ein Zimmer in einem neu erstellten Gasthaus reserviert. Die Zufahrt ist noch ausbaufähig!!Achmed, der Besitzer, freut sich auf unseren Besuch und nach dem Nachtessen unterhält er uns und vier weitere Gäste musikalisch mit seiner Gitarre.

4. Tag, Sonntag, 19. April 2026

Errachidia – Erfoud – Rissani – Erg Chebbi            123  km

Nach dem Morgenessen Weiterfahrt Richtung Süden. Kilometerlang geht es einer Oasen-Schlucht entlang. Palmen über Palmen und immer wieder Dörfer am Schluchtboden. Eine fantastische Fahrt. In Erfoud schlendern wir durch den Basar, ist jedoch nichts Besonderes. Auf der anderen Seite des Flusses ist Schafmarkt. Schafe werden gehandelt und abtransportiert, mit allen möglichen Gefährten, offene Autos, Dreiräder, Velos oder auf Eseln. Weiter geht’s nach Rissani, hier ist sonntags ein riesiger Markt. Hier geht es wirklich noch richtig orientalisch zu. Unglaublich das Gewusel und der Lärm! Das Lehmdorf neben dem Markt ist nicht unbedingt sehenswert. Wir machen eine Trinkpause und fahren weiter und schon bald sind die ersten Sanddünen der Sahara zu sehen. An einer Abzweigung treffen wir auf Ali, der uns ins Wüstencamp begleiten soll. Wir steigen um in seinen 4x4 Geländewagen und er fährt mit uns kurz durch die Dünen, um uns auf die Wüste einzustimmen. Das Camp steht am Rande der Wüste und umfasst rund 20 Zelte mit Dusche und WC. Überall sind Dromedar Karawanen mit Touristen unterwegs. Wir ruhen und ein wenig aus, bevor Ali uns abholt für einen Dromedar-Ritt. Ich verzichte, aber Cornelia und Doris machen nach einigem Zögern mit. Ich laufe der kleinen Karawane zu Fuss hinterher und plötzlich drückt mir Ali das Seil in die Hand, um die Dromedare zu führen. Er macht währenddem Fotos und Videos von uns. Auf einer hohen Düne machen wir längere Rast und geniessen den Abend. Der Sonnenuntergang wird leider durch Wolken getrübt. Nach dem Nachtessen setzen wir uns mit anderen Gästen ans Lagerfeuer und werden von einer Berbergruppe musikalisch bestens

unterhalten.


  1. Tag, Montag, 20. April 2026

Erg Chebbi – Erfoud – Tinghir                                          203 km

Um 06.40 Uhr stehe ich auf einer Sanddüne, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Leider hat es Wolkenschleier und der Sonnenaufgang ist deshalb nichts Spezielles. Nach dem Morgenessen fahren wir zurück nach Erfoud und biegen dann nach Westen ab in Richtung Dadès-Tal. Wir fahren auf meist guten Strassen und der Verkehr ist mässig. Da es immer wieder Dörfer oder Baustellen hat heisst es oft 60 – 40 - 20kmh, und dies innerhalb von wohl weniger als 50 m. Cornelia sucht und reserviert unterwegs ein Hotel in Tinghir, herrlich gelegen und mit Sicht auf eine fruchtbare Oase. Wir beziehen das Zimmer und fahren zur Todra-Schlucht, wo wir eine Wanderung machen wollen. Die Wanderung müssen wir aber bald abbrechen, da der Weg wegen Bauarbeiten unpassierbar ist. Deshalb fahren wir mit dem Auto bis zur eigentlichen Schlucht. Rund einen Kilometer lang ragen links und rechts der Strasse und des Flusses die Felswände rund 300 m in die Höhe. Sehr eindrücklich! Im Hotel essen wir wieder gut marokkanisch.


6. Tag, Dienstag, 21. April 2026

Tinghir – Boumalne - Dadès                                             83 km

Das Morgenessen nehmen wir bei herrlichem Wetter und traumhafter Sicht auf die Oase auf der Terrasse ein. Wir beschliessen, vor der Weiterfahrt noch eine Wanderung durch die Oase zu machen, schliesslich soll diese Oase eine der schönsten in ganz Marokko sein. Überall wird gearbeitet, alles Handarbeit, einzig der Esel dient als Hilfskraft. Am Rande der Oase stehen halb verfallene Häuser. Es scheint hier üblich zu sein, nicht mehr bewohnte Lehmhäuser verfallen zu lassen und statt abzureissen daneben neu Häuser zu bauen. Hier ist überall noch genügend Platz! Wir fahren auf guter Strasse weiter nach Boumalne am Fuss der Gorges du Dadès und machen hier einen kleinen Einkauf. Die Dadès-Schlucht windet sich rund 45 km nach Norden. Sie ist bekannt für ihre faszinierenden Felsformationen und die vielen Kasbahs (alte Lehmfestungen) links und rechts im Tal. Unterwegs genehmigen wir uns ein kleines Mittagessen mit herrlichem Blick in die Schlucht und die verschiedenen Felsformationen. Ein erstes Gasthaus befriedigt uns nicht und Cornelia bucht in einem anderen, das ist aber nur durch eine sehr schlechte Strasse (Rumpelweg) erreichbar. Dafür ist das Gasthaus brandneu und wir erhalten einen Riesensuite. Wir machen eine 90 Min. Wanderung dem Fluss und einer Suone entlang talabwärts. Unterwegs werden wir von einem Hirten in seine einfache Hütte zum Tee eingeladen. Das nennt sich Gastfreundschaft. Das Nachtessen nehmen wir in

unserem Gasthaus ein.


7. Tag, Mittwoch, 22. April 2026

Dadès – Boumalne – Skoura                                                           100 km

Nach dem Morgenessen fahren wir Schlucht abwärts und parkieren bei einem Aussichtspunkt. Wir wollen noch eine Schlucht Wanderung machen. Wanderweg-Signalisationen kennt man hier nicht und so irren wir zuerst herum, bevor wir den richtigen Weg finden. Der Weg führt durch enge Passagen der Schlucht, links und rechts türmen sich die Felsen auf. Dann geht der Weg nicht weiter, er ist verschüttet. Also über eine Felswand klettern und weiter geht’s bis zur nächsten Verschüttung, hier wird es für uns aber zu schwierig, also umkehren und flussabwärts laufen. Wir stärken uns in einem kleinen Beizli mit einem Fruchtjus. Flussabwärts ist ein abwechslungsreicher Weg, aber auch hier heisst es plötzlich wieder über einen Felsen klettern, um weiterzukommen. Schon sehen wir die Brücke, um auf die andere Seite des Flusses zu kommen, aber …..hier stellt sich nochmals eine Felswand in den Weg und die ist zu schwierig für uns. Also umkehren und wieder flussaufwärts zur nächsten Brücke. Nach 3 ½ Stunden abenteuerlicher Wanderung durch eine wilde Schlucht sind wir wieder beim Parkplatz. Wir fahren weiter Schlucht abwärts und kommen auf die Strasse der Kasbahs, denn nirgendwo in Marokko ist die Dichte der Lehmburgen so gross wie hier. In Skoura machen wir einen kurzen Abstecher zu einer grossen Kasbah, ist aber nichts Besonderes. Ein paar hundert Meter weiter hat Cornelia ein Kasbah-Hotel ausgemacht, El Morro. Hier beziehen wir ein Zimmer direkt beim Swimmingpool. Erfrischend so ein Bad nach diesem anstrengenden Wandertag. Speziell, im Hintergrund sind die noch schneebedeckten Berge des Hohen Atlas zu sehen .Nach dem nicht speziellen Nachtessen spielen wir ein paar Runden Rummikub.


8. Tag, Donnerstag, 23. April 2026

Skoura – n’Tichta-Pass – Marrakesch                                       253 km

Eine italienische Reisegruppe parlierte bis nach Mitternacht am Pool, direkt vor unserem Zimmer, na ja!! Nach dem Morgenessen fahren wir nochmals kurz zur Kasbah Amerhidil vorbei, um ein Foto zu machen. Dann weiter auf sehr schöner Strasse nach Ait-Ben-Haddou, ein Lehm- Dorf, ein Museumsdorf, das als Unesco-Welterbe verzeichnet ist. Etwas enttäuschend, da praktisch vor und in jedem Haus Souvenirs angeboten werden. So kommen die alten, zum Teil noch bewohnten Lehmhäuser nicht richtig zur Geltung. Die Weiterfahrt führt uns über den Hohen Atlas, über den n’Tichka-Pass auf 2'260 m. Der Streckenverlauf hat viele Kehren, so dass man sich wie auf einer Schweizer Passstrasse wähnt und überall liegt noch Schnee auf den umliegenden Bergen. Eine eindrückliche Fahrstrecke durch viele Dörfer, mal ist die Natur grün, dann wieder sehr karg. Was uns die letzten Tage immer wieder aufgefallen ist, sind die sehr vielen Polizeikontrollen, mal mit Radar, oder dann einfach Ausweiskontrollen. Grund unbekannt! Die Autofahrer warnen einander mit Lichthupen vor Kontrollen. Bis jetzt hatten wir Glück und wurden immer durchgewunken. Aber heute wurden wir gleich dreimal angehalten und Cornelia musste den Fahrausweis zeigen und einmal die Autopapiere! In Marrakesch geben wir unser Auto ab mitten in der Stadt und einfach so auf der Strasse, husch, husch, da keine Parkplätze vorhanden sind! Mit dem Taxi geht’s in die Nähe unseres Hotels und dann noch ein paar Minuten zu Fuss, da unsere Herberge mitten in der Altstadt ist. Wir tauchen in die Souks ein und beobachten auf einer Dachterrasse das Gewimmel und Gewusel auf dem Hauptplatz, dem Djemaa el Fna. Unglaublich was hier abgeht, Musik, Gesang, Akrobaten, Schlangenbeschwörer usw.!!Den Tagesausklang geniessen wir bei einem marokkanischen Nachtessen auf einer anderen Dachterrasse.


9. Tag, Freitag, 24. April 2026

Heute ist der Himmel bedeckt und es ist weniger warm. Wir sind praktisch den ganzen Tag auf dem Markt. Stundenlang laufen wir kreuz und quer durch die verschiedenen Souks. Ein wahres Labyrinth! Störend sind einzig die vielen Motorradfahrer, die sich einen Weg durch die Leute in den schmalen Gassen bahnen. Obwohl Freitag (Feiertag) ist, haben die meisten Geschäfte offen. Einzig im Handwerkerviertel der Einheimischen, wohin uns ein selbsternannter «Guide» lotst, ist wenig los. Hier gibt es wie in Fes auch eine Gerberei, allerdings viel kleiner. Die Moschee Koutoubiya ist das Wahrzeichen der Stadt, ist aber nur für Muslime geöffnet. Das Schönste sieht man aber auch von aussen, das Minarett. Nach einem libanesischen Nachtessen machen wir noch einen letzten Rundgang zum Hauptplatz und bewundern das Lichtermeer und überall wird afrikanische Musik gespielt.  Hier ist auch abends wirklich der Teufel los!


10. Tag, Samstag, 25. April 2026

Am Morgen geht’s mit dem Taxi zum Flughafen und um 11.00 Uhr heben wir ab. Ich habe Fensterplatz und sehe zuerst die noch weissen Berge des Hohen Atlas und später die Alpen und Voralpen, sowie verschiedene Seen der Zentralschweiz. Nach drei Stunden ruhigem Flug saubere Landung in Zürich und Heimreise mit der Bahn.


Fazit

Zwei Tage Fes, zwei Tage Marrakesch, dazwischen sechs Tage mit dem Mietauto unterwegs, total 1'127 km gefahren. Marokko hat uns sehr gut gefallen, schönes Wetter, gute Strassen, verschiedene Landschaften, Halbwüste, Wüste, viele Oasen, hohe Berge und freundliche Leute. Marokko kann man gut auf eigene Faust mit dem Mietauto bereisen.

Marokko ist eine Reise wert!!

Bald wieder daheim: Vierwaldstättersee von oben!
Bald wieder daheim: Vierwaldstättersee von oben!

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