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2010 Myanmar - Thailand

14. Januar bis 10. Februar 2010


Anfangs 2009 beschlossen wir, 2010 eine grössere Reise nach Asien zu unternehmen. Wir, das sind unser ältere Tochter Cornelia, meine Frau Doris und ich. Zuerst standen Laos und Kambodscha zur Diskussion, da aber Cornelia diese Länder früher schon bereist hatte, einigten wir uns auf Myanmar um anschliessend unsere jüngere Tochter Renate mit ihrer Familie in Thailand zu treffen, wo sie rund sechs Wochen unterwegs waren.

Da Myanmar von einer Militärjunta regiert wird, hatten wir zuerst Bedenken, ob wir durch unsere Reise nicht eben diese Junta unterstützen würden. Wir kamen aber zum Schluss, da wir privat reisen und nicht mit einer Reisegesellschaft unterwegs sein würden, viele kleine Unternehmen und Geschäfte unterstützen können. Und dem war dann auch so. Im übrigen haben wir von einer grösseren Militär- oder Polizeipräsenz überhaupt nichts gemerkt.


Myanmar (früher Burma)

Fläche: 676'000 qm (rund 16x grösser als die Schweiz)

Einwohner: ca. 55 Mio.

Hauptstadt: Nay Pyi Taw (vorher Yangon / Rangon)

Währung: Kyat (1 SFr. = ca. 950 Kyat)

Politisch: wird von Militärjunta regiert

Myanmar grenzt an China, Laos, Thailand, Bangladesch und Indien. Dazu rund 2'200 km Küstenlinie an den Golf von Bengalen und die Adamanensee.


Unsere Reise

Cornelia machte einen groben Reiseplan und buchte den Flug nach Bangkok und dann weiter nach Yangon, sowie die erste Unterkunft in Yangon und einen Ballonflug in Bagan. Den Rest planten und buchten wir im Land selbst.

Golden Rock


Yangon 14. - 15. Januar 2010

Am 14. Januar flogen wir abends mit der Swiss nach Bangkok und anschliessend mit der Thai-Air gleich weiter nach Yangon. Durch die Zeitverschiebung (im Winter + 5 1/2 Std.) kamen wir dort am Abend an. Mit dem Taxi ging es zum Guesthouse. Dort können wir Geld wechseln, 600 Dollar = rund 570'000 Kyath! Ebenfalls buchen wir von hier aus unser nächstes Hotel in Mandalay.

Am andern Tag besuchen wir die Stadt, z.T. zu Fuss oder mit einem Sammeltaxi. Das Mittagessen für uns drei in einer einheimischen Beiz kostete uns mit den Getränken 2'400 Kyth (ca. SFr. 2.60!). Am Abend besuchen wir das buddhistische Nationalheiligtum, die Swedagon-Pagode. Sehr eindrücklich diese Bauten, und Gold soweit das Auge reicht!


Mandalay 16. - 20. Januar 2010

Am Samstag, 16. Januar, fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen und fliegen mit der Air Bagan in einer Stunde nach Mandalay. Hier wieder mit dem Taxi in Richtung Hotel, unterwegs Plattfuss, ist aber überraschend schnell repariert.

Am Nachmittag mieten wir zwei Velotaxis, die uns zum Jademarkt führen sollen. Nach einigen Umwegen liefern uns die Fahrer dann dort ab. Jade-Steine werden hier verarbeitet vom rohen Material bis zum fertigen Schmuckstück. Jeden Arbeitsgang kann man sich anschauen, wenn man genügend Zeit investiert. Am Sonntag Ruhetag, da es Cornelia und mich schon erwischt hat (unten/oben)

Auch dank des Hotelpersonals, das sich rührend um uns kümmert, sind wir am Montag wieder fit und besteigen zu Fuss den Mandalay-Berg. 1'729 Stufen sind bis zur Pagode zu überwinden. Übrigens alles barfuss, wie überall in den Pagoden oder deren Zugängen. Für den Heimweg nehmen wir ein kleines blaues, offenes Taxi und buchen es auch gleich für einen Ausflug am andern Tag.

Das Taxi ist pünktlich da und für 20'000 Kyath führt uns der gut englisch sprechende Fahrer den ganzen Tag umher. Er zeigt uns verschieden Handwerksbetriebe, wo wir den Arbeiter/Arbeiterinnen beim Handwerk zuschauen können, wir besichtigen die Mahamuni-Pagode, ein Frauenkloster und gegen Abend die U-Bein-Brücke. Diese Fussgänger-Brücke ist rund 1,2 km lang und aus Teak-Holz hergestellt. Besonders die Sonnenuntergänge mit der Brücke zusammen sind phantastisch und ein beliebtes Foto-Objekt.

Am Mittwoch fahren wir mit Taxi und Schiff nach Mingun, wo eine riesige Pagoden-Ruine steht. Hier sollte mal die weltweit grösste Pagode entstehen, sie wurde jedoch nie fertig gestellt und später durch ein Erdbeben beschädigt.


Bagan 21. - 23. Januar 2010

Heute machen wir den Transfer nach Bagan mit dem Schiff auf dem Fluss Ayeyarwady. Kurz nach 06.00 Uhr fahren wir ab und treffen nach 17.00 Uhr in Bagan ein. Der Wasserstand ist knapp, deshalb wird vorsichtig gefahren, damit das Schiff nicht auf eine Sandbank aufläuft. Einmal mussten sich gar alle Passagiere wegen der Gewichtsverteilung in den Bug begeben! Auf dem Schiff lernen wir die Familie Imhof aus der Schweiz kennen, die mit dem 6-jährigen Janosch bereits seit mehreren Monaten in Asien unterwegs ist, Von Mandalay aus haben wir Zimmer in einem Guesthouse reserviert. Alles klappt tiptop, auch die Abholung am Hafen.

Am Freitag, 22. Januar haben wir den Höhepunkt unserer Reise. Ein einstündiger Ballonflug über die Pagodenfelder von Bagan. Um 06.00 Uhr werden wir abgeholt, instruiert und dann gehts los. Eine englische Firma hat drei Ballone, pro Ballon 12 Passagiere und der Pilot. Wir bestaunen den Sonnenaufgang, und die unzähligen Pagoden unter uns. Ein einmaliges Erlebnis!! Uns imponiert auch wie professionell dass Ganze abläuft. Nur die Piloten sind Ausländer, die ganze Hilfsmannschaft ist aus Einheimischen zusammengestellt. Auch so schafft der Tourismus in Myanmar Arbeitsplätze.

Am Nachmittag mieten wir uns Velos und fahren mit der Pagoden-Besichtigung an Land fort. Den Sonnenuntergang erleben wir auf einer Terrasse einer Pagode.

Am Samstag fahren wir mit einem Jeep in Richtung Mt. Poppa. Auf dem Gipfel des Berges hat es eine Pagode. Die Treppen für den Aufstieg sind schmutzig, viele Affen laufen hier frei herum, na ja, und wir sind barfuss. Unterwegs besichtigen wir einen Hof, wo Erdnussöl gemahlen wird und Palmnussöl hergestellt wird. Sehr interessant die Erklärungen. So hat sich der Ausflug - der Jeep mit Fahrer kostete 24 Dollar - doch noch gelohnt. Nachher mieten wir einen Rössliwagen und lassen uns zwischen den Pagoden herumkutschieren.


Inle Lake 24. - 29. Januar 2010

Sonntag, 24. Januar, 03.00 Uhr Tagwache. Wir wollen mit dem Bus an den Inle Lake. Rund 12 Stunden Busfahrt liegen vor uns. Um 04.15 Uhr fährt der Bus ab. Rund 35 Personen füllen den Bus. Im Mittelgang sitzen noch einige Fahrgäste auf kleinen Plastik-Stühlen. Viel Vergnügen! Schon die normalen Sitzbänke sind alles anders als bequem. Dann gehts los. Die schlechten Strassen übertreffen alles was wir bis jetzt erlebt haben. Fürchterlich!! Der Bus fährt stundenlang über diverse Pässe und von einem Loch ins andere. Es ist ein Wunder, dass er nicht in alle Einzelteile zerfällt. Die Passagiere müssen immer gefasst sein auf die Schläge, damit man mit dem Kopf nicht ständig am Dach anschlägt!!

Nach rund 12 Stunden ist die Tortour zu Ende, wir sind am Ziel. Noch eine Taxifahrt und wir sind in der Nähe des Inle Lake. Dieser See ist rund 22 km lang und bis zu 11 km breit und 2 - 3 m tief. Ganze Dörfer stehen hier wie früher die Hütten der Pfahlbauer im Wasser und sind durch Kanäle miteinander verbunden.

Am Montag wollten wir eigentlich einen Ruhetag einschalten und uns von den Strapazen der Busfahrt erholen. Am Vorabend nach dem Nachtessen hat uns auf der Strasse ein Guide angesprochen und uns eine Schifffahrt für den andern Tag schmackhaft gemacht. Da er einen guten Eindruck machte und gut englisch sprach, gingen wir darauf ein, Preis für einen ganzen Tag mit dem Schiff auf dem See für 12'000 Kyath (rund SFr 12.--).

Um 08.00 Uhr gehts los. Mit einem Longboat Motorschiff, mit Schiffsführer und Guide fahren wir auf den See. Unterwegs besichtigen wir wieder Handwerksbetriebe, Silberschmid, Papierhersteller, Weberei und Zigarrenherstellung. Dazu einen grossen einheimischen Markt und ein Kloster wo dressierte Katzen die Attraktion sind. Zuletzt fahren wir an schwimmenden Gärten vorbei. Das sind bis zu 100 m lange und 1 m breite Streifen, die von dicht ineinander verwobenen Wasserhyazinthen, auf denen sich eine dicke, sehr fruchtbare Humusschicht angesammelt hat. Diese Gärten werden vom Kanu aus bearbeitet. Vor allem Gemüse wird hier angepflanzt

Am Dienstag machen wir Ruhetag. Faulenzen, den einheimischen Markt besuchen und ich gehe zum Coiffeur. Für umgerechnet SFr. 1.- schnipselt der alte Coiffeur an mir herum. Na ja, zur Arbeit hätte ich mit dieser Frisur nicht unbedingt gehen wollen!! Für die nächsten 2 Tage buchen wir ein Bergtrecking für 20 Dollar pro Person.

Mit Guide und Koch brechen wir um 08.00 Uhr auf. Wir mit soliden Schuhen, die Einheimischen mit FlipFlop, dann wird die Wanderung wohl nicht so wild werden! Gegen Mittag geht der Guide in einem Dorf zu einer Bambushütte, um zu fragen, ob wir die Feuerstelle in der Hütte benützen können. Da Niemand zu Hause ist, geht er von Hütte zu Hütte. Bis vor der vierten Hütte ein paar Männer und Kleinkinder sitzen. Ohne grosses Tamtam wird uns Einlass gewährt. Der Koch rüstet das mitgenommene Gemüse und kocht uns ein feines Menue. Die Resten - und das ist nicht wenig - wird den Einheimischen überlassen. Besonders die Teigwaren kommen gut an, da hier sonst nur Reis gegessen wird.

Nach rund 5 Stunden sind wir am Ziel. Eine Bambushütte bei einem Kloster ist unsere Unterkunft. Das Nachtessen nehmen wir im Dorf bei einer Bauernfamilie mit vielen Kindern ein. Es ist beeindruckend, wie diese Bergbevölkerung einfach lebt, nicht einmal Strom ist vorhanden. So essen wir bei Kerzenlicht, die ganze Familie schaut uns zu und isst erst nach uns. Die Nacht in unserer Bambushütte ist frisch, der Wind zieht durch alle Ritzen und die Matratze ist überhart (Brett mit Teppich drauf!).

Am andern Morgen ziehen wir weiter. Kaum abmarschiert lädt uns ein alter Mann in seine Hütte zu einer Tasse Tee ein. Zum Abschied gibt er allen noch eine Advocado-Frucht. Dies nennt man Gastfreundschaft! Das Mittagessen nehmen wir bei einer jungen Familie ein. Nach rund 5 Std. erreichen wir den See und ein Schiff bringt uns wieder zurück in unser Dorf. Diese Wanderung hat uns sehr beeindruckt. Diese Menschen leben sehr einfach, aber sind zufrieden.

Am Freitag ziehen wir wieder einen Ruhetag ein und erholen uns von der Wanderung und gutes Essen und Trinken (erstmals in Burma ein Gläschen Wein) ist angesagt.


Kinpun / Golden Rock / Yangon 30. - 31. Januar 2010

Der Juniorchef unseres (ausgezeichnetes) Guesthouses fährt uns am Morgen zum Flughafen. Mit der Yangon-Air fliegen wir in einer Stunde nach Yangon. Hier besteigen wir den Bus, der uns in vier Stunden auf relativ guter Strasse, nach Kinpun fährt. Hier haben wir ein Bungalow reserviert.

Sonntag, 31. Januar: Ein weiterer Höhepunkt steht uns bevor. Der Besuch des Golden Rock (Kyaik-htiyo). Ein grosser Felsbrocken, mit Gold überdeckt, thront am Rande eines Abgrundes. Dass er nicht herunterfällt, verdankt er einem Haar Buddhas, eingeschlossen in der Stupa. Um 06.30 Uhr Abfahrt in Camions (4x4). Auf der Ladebrücke sind Sitzbänke installiert, ohne Rückenlehne. Man sitzt eng, sehr eng, Körper an Körper, seitlich und nach vorne und nach hinten. Es geht einige Kilometer steil hinauf, dazwischen wieder hinunter. Es ist wie auf einer Achterbahn. Das Gekreische der verängstigten Fahrgäste auch!! Nichts für Angsthasen! Nach rund einer Stunde dürfen wir endlich aussteigen und noch 45 Minuten zu Fuss zum Felsen gehen. Sehr eindrücklich dieser Fels. Ich klebe wie andere Männer (Frauen dürfen nicht) Goldplättchen an den Stein. Die Rückfahrt nach Kinpun ist wieder der reinste Horror.

Unsere Reise nähert sich dem Ende zu. Mit dem Bus fahren wir wieder nach Yangon und mit dem Taxi zum Guesthouse, wo wir schon die erste Nacht verbracht haben. Am andern Morgen fliegen wir von Yangon nach Bangkok und von dort weiter nach Ko Samui.


Ko Samui / Bangkok 1. - 10. Februar 2010

In Ko Samui treffen wir auf Renate, Markus und Annina. Die ganze Familie Moser ist in Thailand. Hier verbringen wir ein paar erholsame Tage am Strand und zuletzt noch Shopping-Tage (für die Frauen) in Bangkok. Am 10. Februar frühmorgens kommen wir in Kloten an. Kälte und Schnee erwarten uns in Grenchen.

Nachtrag

Die Reise in Myanmar war ein einmaliges Erlebnis. Die Leute waren unglaublich nett und hilfsbereit. Der Tourismus entwickelt sich hier erst zaghaft. Manchen Familienbetrieb haben wir während unserer Reise unterstützt, sei es ein Guesthouse, Taxifahrer oder Guides. Wir haben uns bemüht, die staatlichen Betriebe zu meiden und Privatbetriebe zu unterstützen.


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