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Australien 2022 / Bericht 7

Aktualisiert: 18. Jan.

Kangaroo Island - Kalgoorlie 25. November - 9. Dezember 2022



Freitag, 25. November 2022 Kangaroo Island 120 km

Heute ist ein Prachtstag. Wir machen eine Besichtigungstour beim einheimischen Gewerbe. Zuerst noch zum Aussichtspunkt Prospect Hill. Dann auf 12 km unbefestigter Strasse (zum Glück weiss das der Vermieter des Campers nicht, er hat nur 5 km Naturstrasse bewilligt) zu einer Honigfarm. Hier sind reinrassige Bienen aus Ligurien am Werk, es dürfen deshalb keine anderen Bienen oder Honig importiert werden. Dann Besuch einer Eucalyptus-Oel Destillerie und einer Lavendelfarm.

wieder Mal Naturstrasse


Beim Emu-Bay schlendern wir dem schönen Sandstrand entlang und in einer kleinen Bierbrauerei testen wir verschiedene Biere und entscheiden uns hier nachher zum Nachtessen eine Pizza zu genehmigen. Unser einfacher Campingplatz ist wieder mal im Outback. Die Papageien machen einen mordslärm und fliegen uns nur so um die Ohren und die Mücken dann später auch. Deshalb ab in den Camper. Eine Stunde später plötzlich Dutzende Mücken im Camper, obwohl alles geschlossen ist. Wo kommen diese Viecher denn her? Der Ducato scheint nicht so dicht zu sein. Das Morden beginnt wieder bis reine

Luft ist!



Samstag, 26. November 2022 Lagoon – Flinders Chase Nationalpark 164 km

Am Morgen beginnt es zu regnen. Der Wetterbericht ist aber nicht schlecht und wirklich, es wird ein Sonnentag. Wir fahren in Richtung Westen in den Flinders Chase Nationalpark. Unterwegs besuchen wir in Parndana den Wildlife Park. Ein Tierpark, der auch verletzte Tiere oder Jungtiere ohne Eltern aufnimmt. So sind auch noch Kängurus und Koalas hier, die beim Buschbrand 2019/2020 verletzt oder Waisen wurden. Damals brannten 97 % des Nationalparks ab, ebenso das Besucherzentrum, das nun neu aufgebaut wird. Die Spuren dieses Brandes sind noch überall sichtbar, die Bodensträucher haben sich erholt aber vor allem die Eucalyptusbäume sind durch die Brandwunden abgestorben.

Beim Visitor Center der erste Jööö-Effekt. Eine Koala Mutter turnt mit ihrem Jungen auf einem Eucalyptusbaum herum. Wir checken auf dem Campingplatz ein und fahren gleich weiter zum Admirals Arch, das ist eine Felsenbucht, wo es Seelöwen haben soll. Und wirklich, nach einem Leuchtturm geht es auf einem schönen Steg zur Bucht und wir können mehrere Seelöwen von oben beobachten. Eindrücklich, wie sich die eigentlich schwerfälligen Tiere bewegen und sich elegant ins Wasser werfen und ebenso elegant wieder auf die Felsen hochkommen. Nicht weit daneben sind die Remarkable Rocks, riesige Granitskulpturen die aussehen, als hätte sie jemand vom Himmel fallen lassen.

Vor dem Nachtessen machen wir noch einen Rundgang durch den Campingplatz, hier Koalas auf den Bäumen und da Kängurus im oder neben dem Platz. Wir sind wieder einmal in der Natur angekommen. Während unseres Nachtessens im Camper (draussen ist es zu kühl) grasen Kängurus direkt daneben.


Koalas

Koalas, auch wenn sie wie Teddybären aussehen, haben sie biologisch mit Bären nichts zu tun. Es gibt sie nur an der Ostküste in Australien. Sie ernähren sich ausschliesslich von Eukalyptusblättern und werden erst richtig in der Nacht aktiv. 15-18 Stunden pro Tag schlafen oder dösen sie in den Bäumen.

Durch die Vernichtung von Eukalyptuswälder wird der Lebensraum der Tiere immer stärker eingeschränkt. Tausende werden zudem alljährlich von Autos überfahren oder fallen Buschbränden zum Opfer. Die grösste Gefahr droht den noch etwa 200'000 Tieren aber durch die Papageienkrankheit. Die Infektion befällt vor allem die Geburtswege der Weibchen und führt zur Unfruchtbarkeit.


Sonntag, 27. November 2022 Kangaroo Island

Der Wetterbericht ist schlecht und das Wetter ebenfalls und so haben wir wieder einmal einen Büro- und Waschtag eingeplant. Ab Mittag wird es sonniger und die Wäsche trocknet gut im Wind. Eine kleine Wanderung im und um den Campingplatz lässt uns wieder verschiedene Tiere beobachten. Gänse, schwarze Schwäne, Koalas und Kängurus. Wir machen uns einen Spass daraus, wer den nächsten Koala auf einem Eukalyptusbaum entdeckt. Ich bin ein schlechter Entdecker!!


Montag, 28. November 2022 Flinders Chase – Penneshaw 270 km

Heute wollen wir die Südküste der Insel erkunden. Das Wetter ist bedeckt, aber trocken. Beim Vivonne Bay machen wir einen Strandbesuch, schneeweisser Sand aber zum Baden ist es zu frisch und zu viel Brandung. Etwas weiter vom Ufer entfernt hat es hohe Dünen, «Little Sahara». Man kann hier Surfbretter oder Bobs mieten und die Sanddünen runterfahren. Cornelia mietet einen solchen Bob und wir alle haben den Plausch daran. Sogar ich versuche es, nach ein paar Pirouetten und einem Kipper habe ich aber rasch genug. Es ist ein Gaudi, aber gar nicht so einfach. Etwas weiter in einer anderen schönen Bucht, Seal Bay, lebt eine grosse Seelöwen-Kolonie. Wir zählen sicher hundert Tiere, die meist träge am Strand liegen. Zwei bis drei Tage gehen die Grosstiere im Meer Nahrung suchen und brauchen dann zum Ausruhen ebenso lange bis sie sich von den Strapazen erholt haben. Etliche Jungtiere sind zu sehen, die bei der Mutter säugen.

Auf dem Rückweg zum Fährendorf Penneshaw besuchen wir noch einen Wein-Degustationsladen und probieren den Inselwein, sehr fein, aber etwas teuer.

Wir checken im Campingplatz bei der Fähre ein. Morgen wollen wir um 08.30 Uhr wieder aufs Festland rüber.


Dienstag, 29. November 2022 Penneshaw – Adelaide 157 km

Um 08.30 Uhr geht’s auf die Fähre. Unser Camper steht neben zwei Lastern mit gegen 1'500 Schafen. Da geht’s wohl ins Schlachthaus.

Heute wollen wir nach Hahndorf in der Nähe von Adelaide. Unterwegs fahren wir ins McLaren Vale. Dort produzieren mehr als 50 Kellereien hervorragende Weine. Da wollen wir doch etwas davon degustieren. Zuerst zu Hamilton Wine. Schon die Zufahrt ist sehenswert, es geht durch eine Allee mit Bäumen und blühenden Rosensträuchern. Auch der Degustierraum sieht sehr gediegen aus. Wir probieren sechs Weine und kaufen drei Flaschen. Der Mann, der draussen zwischen den Rosen und den Reben läuft, passt nicht ganz in die Idylle. Mit einer Maske wie ein Astronaut und dem Spritzgerät am Rücken …! ... aber auch hier, ohne Gift läuft wohl gar nichts! Beim zweiten Weingut sind viele Parkplätze besetzt. Es ist eher ein Erlebnishof. Ein futuristisches Gebäude mit einer Kunst- und Salvador Dali Ausstellung, einem Gourmet-Restaurant und zuoberst die Degustier Bar. Eine Super-Ambiente und Beratung. Auch hier kaufen wir drei Flaschen für unseren Camper-Weinkeller.

Während der Weiterfahrt ändern wir spontan unseren Reiseplan und beschliessen, zuerst nach Adelaide zu fahren, dort drei Tage zu bleiben und bei der Weiterfahrt Hahndorf zu besuchen.



Mittwoch, 30. November 2022 Adelaide

Mit dem Bus fahren wir in 20 Minuten in die City. Wir haben zwar kein Ticket und im Bus können wir nicht lösen, der nette Chauffeur lässt uns aber trotzdem mitfahren. Wir besuchen die Markthalle, wo vor allem Esswaren angeboten werden. Wir decken uns entsprechend ein. In einem Sushi Restaurant verpflegen wir uns und die Frauen verbringen längere Zeit in einem Opalladen, während ich draussen sünnele. Die Frauen gehen zum Coiffeur und ich entscheide mich, zum Campingplatz zurückzulaufen. Dank der Apps map.me und Google.maps finde ich zurück, wenn auch nicht ganz auf Anhieb!!

Am Abend bräteln wir Schafskotelette, war sehr gut, aber mehr Knochen als Fleisch. Essen im Camper, da ein kalter Wind weht, vergleichbar bei uns mit der Bise.


Donnerstag, 1. Dezember 2022 Adelaide Glenelg Beach

Am Morgen wechseln wir noch den Platz, gleich nebenan, da wir noch eine Nacht anhängen und unser jetziger Platz schon anderweitig reserviert ist. Mit dem Bus geht’s wieder in die City, wir bummeln durch die Fussgängerzone. Eine Strassenmusikerin spielt und singt das Lied «Ewigi Liebi»!! Es ist eine Schweizerin, im Schweizer-Sommer ist sie Lehrerin in der Ostschweiz und im Winter lebt sie hier, das heisst, sie hat eigentlich immer Sommer.

Mit dem Tram fahren wir nach Glenelg, das ist der Badestrand von Adelaide. Wir spazieren im Sand dem Strand entlang und essen etwas in einem der vielen Restaurants was vom Meer und lassen einfach die Seele baumeln.

Zurück beim Camper gibts Apero, wir grillieren ein grosses Steak und geniessen den schönen Abend.


Freitag, 2. Dezember 2022 Adelaide – Hahndorf 67 km

Wir wollen heute nach Hahndorf fahren, ca. 40 km von Adelaide entfernt. Hahndorf ist die zweitälteste deutsche Siedlung in Australien und wurde 1839 gegründet. Seit Mitte der 1960er Jahre wurden Häuser stilvoll restauriert und der Ort hat sich zur Attraktion für australische Touristen entwickelt. Deutsch, oder was die Australier dafürhalten, ist das Ambiente des Städtchens und auch die Speisen sowie das Prosit der Gemütlichkeit.

Vor Hahndorf machen wir aber noch einen Kaffeehalt in The Stanley Bridge, besuchen eine Schokoladen-Manufaktur und einen Käseladen in Woodside und essen Pouletflügeli in der Brauerei von Lobethal.

Der Campingplatz in Hahndorf ist terrassenförmig angelegt und mit einem schönen Pool. Dort treffen wir ein älteres Paar aus Adelaide mit denen wir uns gut unterhalten. Die Frau kam mit 5 Jahren aus Deutschland nach Australien und spricht noch leidlich deutsch.

Am Abend besuchen wir das Dorf, es hat wirklich noch viele deutsche Komponente und auch deutsche Fahnen sind zu sehen (nicht auf Halbmast, obwohl Deutschland soeben an der WM ausgeschieden ist). Es sind aber wenig Leute unterwegs, es ist immer noch Vorsaison. Im Pub The Haus essen wir deftige deutsche Gerichte und auf die Schwarzwäldertorte und den Schokoladenkuchen lassen wir ein «Unterberg» zur Verdauung folgen.


Samstag, 3. Dezember 2022 Hahndorf

Heute nehmen wir es gemütlich (eigentlich immer!). Das schöne Wetter einfach geniessen, am Nachmittag an den Pool und gegen Abend zum Apero in eine Gin-Destillerie am Dorfrand. Zum Essen zu einem Italiener im Dorf und den Schokoladenkuchen geniessen wir wie gestern wieder im The Haus. Aber auch heute ist noch nichts von einem grossen Touristenansturm zu

spüren, uns kanns nur recht sein.


Sonntag, 4. Dezember 2022 Hahndorf – Belair Nationalpark 44 km

Um 10.00 Uhr fahren wir vom Camping weg. Etwas ausserhalb von Hahndorf ist die Family Farm Beerenberg. Dort kann man Erdbeeren selber pflücken. Der Andrang an diesem Sonntagmorgen ist riesig und der grosse Parkplatz schon fast voll. Pro Person zahlt man 5 AUD (CHF 3.20) pro Person und bezahlt dann zusätzlich die abgelesenen Beeren (pro Kilo CHF 8.--). Ist nicht gerade ein billiger Spass. Trotz der vielen Leute hat man eins, zwei genug gesammelt, da die Beeren sehr gross sind. Das ging wohl nicht ohne viel Dünger!

Wir fahren in den Nationalpark Belair, der in den Hügeln von Adelaide liegt und machen die Wasserfall-Wanderung. Die beiden Wasserfälle führen zwar kein Wasser, dafür sehen wir unterwegs mehrere Koalas, die in den Eukalyptusbäumen dösen, sowie einige Emus, die unseren Pfad kreuzen.

Nach einem Grosseinkauf für die nächsten Tage, ein Bad im Pool des Campings, zaubern die Frauen ein mexikanisches Essen auf den Tisch und ein Känguru kommt zum Grasen auch noch vorbei.


Montag, 5. Dezember 2022 Belair Nationalpark – Snowdown 178 km

Wir fahren zum Black Hill Conservation Park, der ebenfalls in den Adelaide Hügeln direkt am Stadtrand der Millionenstadt liegt. Wir machen den Drei-Wasserfall-Walk, ca. 8 km auf einem schönen, zum Teil schmalen Bergweg. Im Gegensatz zum gestrigen Wasserfall fliesst hier aber noch Wasser. Da der Weg schmal und zum Teil ausgesetzt ist, können wir nicht laufend die Bäume nach Koalas absuchen. Das holen wir nach, als wir wieder im Talgrund sind. Und siehe da, hier ein Koala, dort ein Koala. Zuletzt hören wir im Gebüsch ein Grunzen und wir glauben es sei ein Wildschwein. Es ist aber ein Koala und er läuft auf dem Weg vor uns über eine Brücke, beginnt seelenruhig an einem Busch zu knabbern, bevor er auf einem Eukalyptusbaum steigt. Ein tolles Erlebnis zum Abschluss unserer Tour.

Wir fahren aus Adelaide hinaus, was etwas länger dauert wegen des vielen Verkehrs. Wir wollen noch ca. 100 km fahren und reservieren unterwegs telefonisch (aus Telefonkabine, solche gibt es hier noch überall und die Inlandgespräche sind gratis) einen Campingplatz in Snowtown. Vorher sehen wir rechts der Strasse einen Salzsee, der in der Abendsonne violett leuchtet. Wohl Witzbolde haben in der Mitte des Sees das Nessie hingestellt.

Der Campingplatz ist klein, aber gut ausgerüstet und wir sind praktisch allein hier.


Dienstag, 6. Dezember 2022 Snowtown – Ceduna 628 km

Wir zmörgele draussen mit Spiegelei und Speck und mit der Samichlausmütze auf dem Kopf!

Unser nächstes Ziel ist Kalgoorli, 2'040 km entfernt. Das wollen wir in drei Tagen schaffen. Ab Port Augusta fahren wir auf dem Eyre Highway, auf dem wir die nächsten drei Tage unterwegs sein werden. Und endlich kann ich mal sagen, sehr gute Strasse, wenig bis gar keine Schlaglöcher. Hier können wir mit 90-100 kmh fahren ohne Angst zu haben, dass es unseren Karren «erhudlet»! Es sind viele Laster unterwegs, die Getreide transportieren, denn hunderte von Kilometern hat es riesige Kornfelder und die Ernte ist im vollen Gang. In Kimba tanken wir und auf einem Plakat nennt sich dieses Kaff als die Mitte von Australien in der Ost- West-Ausdehnung. Unterwegs fahren wir immer wieder durch Regenschauer und Gewitter.

In einem Roadhouse essen wir eine kleine indische Mahlzeit und in Ceduna ergattern wir den letzten Platz auf dem Campingplatz direkt am Meer. Das Nachtessen wieder mal drinnen, zu windig und zu kalt draussen, Röschti und Känguru-Hamburger. Röschti war sehr gut, Hamburger, na ja, kaufen wir nicht mehr.


Mittwoch 7. Dezember 2022 Ceduna – Caiguna 827 km

Am Morgen um 06.00 Uhr schauen wir den Match Schweiz – Portugal 1:6! War nicht gerade der Aufsteller des Tages. Heute wollen wir so weit fahren wie möglich. Es geht durch die Nullarbor Plain. Der Name aus dem lateinischen bedeutet «kein Baum». Das heisst aber nicht, dass es keine Bäume hat, neben Buschwerk hat es auch niedrige Eukalypten und Akazien. Also gerade abwechslungsreich werden die nächsten 1'500 km nicht.

Wir halten nur zum Tanken (2x), kurzer Snack in einem Roadhouse und Halt bei einem Aussichtspunkt am Meer, wo wir die steil abfallende Klippenküste bewundern.

In Border Village kommen wir zur Grenze von South Australia zu Western Australia. Um der Verbreitung der Fruchtfliegen Einhalt zu gebieten, darf kein Frischobst und -gemüse über die Bundesstaatengrenze gebracht werden. Ebenso ist auch die Einfuhr von Honig verboten. Vor dem Checkpoint kontrollieren wir unsere Vorräte. Bananen, Äpfel und Tomaten essen wir noch so viel wir mögen. Einige Äpfel bringen wir ins Roadhouse und ein kleiner Rest Honig werfen wir weg. Nur die frischen Bohnen reuen uns, deshalb ab ins Gefrierfach. Die Einfuhr tiefgefrorener Produkte ist nämlich erlaubt. Es wäre natürlich gut möglich diese Sachen zu verstecken, aber die Regeln sind klar und machen auch Sinn. Am Checkpoint steigt eine Kontrolleurin dann wirklich in den Camper und macht eine oberflächliche Kontrolle. Wir sind aber sauber.

Und noch was, an der Grenze können wir unsere Uhren um sage und schreibe auf einen Chlapf um 2 ½ Stunden zurückstellen, wir sind wieder in einer anderen Zeitzone. Das kommt uns entgegen, denn wir wollen noch so weit als möglich fahren. So spulen wir heute 827 km ab und sind trotzdem schon um 17.00 Uhr auf dem einfachen Campingplatz beim Roadhouse Caiguna.


Donnerstag, 8. Dezember 2022 Caiguna – Kalgoorlie Boulder 556 km

Heute haben wir noch rund 550 km zu fahren. Wir starten um 09.15 Uhr, meine ich. Die Frauen sagen nein, es ist erst 08.15 Uhr! Mein Handy hat letzte Nacht wieder eine Stunde dazugezählt, hat wohl die Zeitumstellung schlecht verdaut. Handy abschalten, neu starten und alle haben wieder die gleiche Zeit.

Gleich nach dem Roadhouse beginnt die längste gerade Strasse Australiens, 146,6 km lang. Doris erhält Ehre, diese Gerade zu fahren. Nach 50 km fängt es an mit Gewitterregen. Wir fahren durch ein Gewitter nach dem andern, zwischendurch halten wir an, bis das Gröbste vorbei ist. Die Temperatur fällt bis auf 12 Grad ein paar Stunden später in Kalgoorlie werden es 37 Grad sein.

Gewitterregen in der Halbwüste Nullarbor


Viele grosse Lastenzüge sind unterwegs, die meisten fahren die Strecke Perth – Port Augusta, 2'400 km!! Die Trucks fahren gleichmässig 100 kmh und wenn du langsamer fährst und einer aufschliesst, fühlst du dich rasch als gejagt. Also schneller fahren oder überholen lassen wenn es geht, oder bei einem Parkplatz ausweichen und die Monster vorbeifahren lassen.


Vor Kalgoorlie fahren wir zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir einen schönen Ausblick auf einen grossen Salzsee haben.

In Kalgoorlie-Boulder checken wir ein, es soll wieder einmal der letzte freie Platz gewesen sein. Wir fahren aber noch ins Zentrum von Kalgoorlie wo einige stattliche Bauten aus früheren Zeiten perfekt restauriert wurden. In dieser Gegend hat es grosse Gold- und Nickelminen, die nach wie vor zum Wohlstand der Stadt beitragen.

Wir besuchen das Pub im Exchange Hotel. Mit Schrecken stelle ich fest…., sorry falsche Wortwahl, mit freudiger Überraschung stelle ich fest, dass die Kellnerinnen hinter der Bar im Strapsen und Tangakostüm bedienen und von Zeit zu Zeit mit dem Kässeli herumlaufen um Trinkgeld zu kassieren. Na ja, etwas speziell, wir sind hier in einem normalen Pub und nicht in einem Nachtclub. Wir essen und trinken gut und sind mit der Bedienung in diesem Outfit zufrieden, wie viele andere auch, vor allem Arbeiter, die in den umliegenden Minen arbeiten.




Freitag, 9. Dezember 2022 Kalgoorlie 22 km

Heute ist es um die 35 Grad heiss. Es ist wieder Zeit für einen Wäsche- und Bürohalbtag. Dazwischen zur Abkühlung in den Pool. Gegen Abend fahren wir zu einem Aussichtspunkt am Rande der Stadt. Wir sehen hier auf eine grosse Goldmine im Tagebau. Die Arbeiten sind im vollen Gang. Wie an einer Schnur gezogen fahren Dumper um Dumper in die Grube, werden von riesigen Baggern beladen und fahren wieder hinaus. Wohin eigentlich? Das Material wird ausserhalb weiterverarbeitet und das Gold herausgefiltert. Eine faszinierende Welt diese offene Grube.

In der Stadt gehen wir wieder ins Exchange Pub wie gestern und essen fast das Gleiche, weil es so gut war. Ab 21.00 Uhr spielt ein Musiktrio zur Unterhaltung auf. Wir verziehen uns jedoch rechtzeitig, denn morgen zieht die Karawane weiter!


Strassenmusiker in Adelaide


Bericht von Cornelia auf www.globetrotter.ch


Bis am 23. Dezember sind wir nun noch mit dem Camper unterwegs, der Süd-Westküste entlang zurück nach Perth. Über Weihnachten sind wir in Perth, übers Neujahr in Sydney, dann 2 Tage in Singapur und am 6. Januar 2023 sind wir wieder daheim in der Schweiz.

Bis bald!!





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